Ich bin wieder sauber. Und ausgeschlafen. Das Southside ist vorbei, seit gestern Abend bin ich wieder daheim. Aber alles von Anfang an.
Donnerstag, 21. Juni 2007, 15:30: Mit etwas Verspätung gehts los. Und mit viel mehr, durch Stau verursachte, Verspätung kommen wir um halb 11 endlich in Neuhausen an. Ein Zeltplatz 1 Minute zum Haupteingang entfernt wird auch gefunden.
Der Freitag beginnt Festival-typisch. Das heißt Bier zum Frühstück, Essen aus der Dose. Die erste Band sind die manischen Straßenprediger aus Wales. Und die sind Live langweilig. Ausgezahlt hat es sich trotzdem, denn so sind wir bei Incubus vorne im Wellenbrecher, und dort wird so richtig gerockt. Stehen kann man nicht mehr, man klemmt nur mehr zwischen seinen Nachbarn. Danach sind unsere Mädels auch am Festival eingetroffen und man wirft noch einen kurzen Blick auf den Herrn Manson. Der singt falsch und ist überhaupt nicht aufregend.
Der Samstag wird mit Bier und Rum begonnen und endet mit dem Highlight des Wochenendes. Pearl Jam. Die Kings of Leon sehe leider ich nur in der Schlange für den Wellenbrecher Einlass. Aber dann wird gerockt. Sonic Youth. Alte Männer mit Gitarren. Die ihre Gitarren bei so ziemlich jedem Song wechseln und alles machen was man mit Gitarren so anstellen kann. Und dazu noch zwei Bässe. Rock. Das können auch Placebo, die sind auch schon ziemlich alt sind. Dann ist es soweit. Noch mehr alte Männer mit Gitarren. Pearl Jam rocken 1,5 Stunden lang die Main Stage. Oh yeah! Die 5 Stunden im Wellenbrecher ohne Pinkelpause haben sich definitiv ausgezahlt. Das ist Rock.
Am Sonntag bin ich dann schon etwas angeschlagen. Deswegen lasse ich Frank Black ausfallen. Arcade Fire kommen dann zu 10 auf die Bühne und machen so richtig Stimmung. Ich stehe natürlich wieder vorne im Wellenbracher. Kaum verlassen sie die Bühne muss ich auch die Bühne weg. Denn im selben Moment beginnen die Bright Eyes auf der kleinen. Auch eines der Hightlights des Festivals. Danach mach ich Pause. Interpol höre ich mir vom Zelt aus an, das ja nur wenige Meter von der kleinen Bühne entfernt ist. Gegen Ende mache ich mich aber wieder auf ins Getümmel um Snow Patrol zu sehen. Irgendwann während Snow Patrol fangen die Beastie Boys an und so muss ich gleich nach Snow Patrol wieder die Bühne wechseln. Und dann bin ich überrascht. Wow! Die Beastie Boys rocken was das Zeug hält. Eine wahre Bereicherung für das Festival.
Und dann ist auch schon alles vorbei. Und es war toll. Es war dreckig. Aber es hat gerockt. Für mich. Für die Sanitäter wahrscheinlich nicht so. Bei dem Sturm am Donnerstag ist die dritte Bühne zusammengestürtzt und hat einen Sanitäter getötet und einen schwer verletzt.
Update 11. Juli: Der schwer verletzte Sanitäter ist mittlerweile aus dem Koma erwacht und erhohlt sich. Außerdem wird das vielleicht ganze juristische Folgen für den Zoll haben, da dieser während des Sturms eine Razzia (Drogen und Schwarzarbeit) durchgeführt hat und dabei Personen festgehalten wurden die für die Sicherung der Zelte benötigt worden währen. Mehr dazu bei laut.de.
Dieser Artikel erschien im Original auf Web Adventures.