Dieser Beitrag ist ursprünglich in meinem Blog hier erschienen.
The Monster is loose aka Bat out of Hell III
Konzertbericht Kölnarena 14.06.2007, Meat Loaf & Marion Raven, Seize the Night Tour
Uff, diese Eindrücke muss ich erst einmal verarbeiten und wie macht man das am besten? Man nimmt sich sein Blog und legt los. Sonst hätte ich nur einen unruhigen Schlaf. Ausserdem habe ich Chris versprochen, einen Konzertbericht zu schreiben. ;-)
Der Einlass war um 18:30 Uhr, ich kam gerade noch so 10 Minuten vorher, um mich ans Ende einer 50m Schlange für den Innenraumzutritt zu stellen. Meinen Frontplatz sah ich schon schwinden, erstaunlicherweise hat es aber noch für Reihe 3 Center Stage gereicht - klasse! Direkt vor der Bühne und Meat fast in Reichweite. Überhaupt war es sehr entspannt, trotz ca. 70% gefüllter Arena kein Drängeln oder Schubsen. Muss am Alter des Publikums gelegen haben. Schätze Durchschnittsalter in meiner Gewichtsklasse, Ausreisser nach oben und unten normal.
Kurz nach halb Acht kam dann die zierliche Marion Raven auf die Bühne um in Begleitung des Meat Loaf Gitarristen ihre Stimme einzusetzen. Dies tat sie mit ruhigen Balladen, begleitet durch zwei akustische Gitarren. Zwischendurch gab sie noch ihr Deutsch zum Besten, aber das gebe ich hier jetzt lieber nicht wieder :).
Nach ca. 20 Minuten und 5 Liedern wurde die Bühne freigeräumt und die Spannung stieg. Wir mussten bis halb neun warten, bis der Meister mit Paradise by the Dashboard light die Bühne betrat. Ich gebe zu, ich war erschreckt, desillusioniert. Was er da in den ersten Songs ablieferte … ich hätte gedacht, er hält den Abend nicht durch. Jede Note kostete Mühe, die Stücke waren teilweise zu langsam interpretiert, man hatte den Eindruck er könne es nicht mehr anders. Die Bühnenshow war trotzdem erste Sahne. Wie er mit den beiden hübsch anzuschauenden Mädels (klar bei Meat) flirtete, wie früher :)

Aber irgendwie war das beim Gesang nicht mehr der selbe Meat Loaf, den ich vor 24 Jahren das letzte Mal auf der Bühne sah. Er ist alt geworden. Die Zeit ging nicht spurlos an ihm vorüber.
Er kämpfte sich durch die alten Songs und das Publikum unterstützte ihn und sang kräftig mit. Die Band war spitze, der Saxophonist weltklasse. Die Bühnenshow pyrotechnisch gut unterstützt :)

Und dann wendete sich der Abend. Mit jedem Bissen, den er während der Instrumentalsoli verspeiste (irgendwo muss er da tonnenweise Buletten versteckt haben) - und er hat viele Bissen genommen - kam er zu alter Form zurück. Das Tempo nahm zu und er wuchs über sich hinaus. Zwischenzeitlich hatte ich sogar einmal kurz die Vermutung, man hätte grade auf Playback geschaltet, so krass war die Wendung. Nach einer kurzen Pause mit Videointermezzo kam er zum zweiten Teil mit Seize the Night zurück. Bombastisch. Nun spielte er einen Mix aus alten und neuen Songs und steigerte sich weiter. Kurz vor Schluss kam noch einmal Marion Raven auf die Bühne, mit der er It’s all coming back to me sang, einem der wenigen Songs, der ihn nach eigener Aussage zum Weinen gebracht hat. Ist ein starker Text, lohnt sich mal nach zu googlen. Geht mir grade seit Köln nimmer aus dem Kopf. Die Sängerin aus Oslo und er lieferten ein tolles Duett ab und erhielten tosenden Applaus.

Nach zwei Zugaben (oder war es nur eine lange) endete der Abend kraftvoll nach dem immer noch Gänsehaut erzeugenden und mitreissenden Bat out of Hell in einer Art Jam Session. Alles in allem hat Meat fast 2 1/2 h gespielt, eine tolle Leistung.
Gute Nacht und … Seize the Night!
[…] und seinen Konzertbericht veröffentlichen. Da sage ich doch nicht nein und habe gleich meinen Meat-Loaf Bericht aus dem Juni hervorgekramt. Inklusive einiger […]
Pingback von dhaunsch » Konzertberichte - live und in Farbe am 11. Juli 2007 um 12:42 | Link