Gestern gabs Frau Doktor in der Goldenen Krone in Darmstadt; im kleinen Kreis… bedeutet, das ganze fand nicht im Konzertsaal, sondern in der Disco statt und konnte wohl als Generalprobe für das “traditionelle” Jahreskonzert in Wiesbaden gesehen werden.

Stimmung war ganz herausragend, wie eigentlich immer bei den 10 (gestern aber nur 9) Wiesbadenern. Sollte man Zeit haben und aus der Gegend kommen: Heute gibts Frau Doktor im Schlachthof, Wiesbaden zu sehen.
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Erste Zweifel überkamen mich Naiven erst im Atomic Café selbst. Eine Dame jüngeren Jahrgangs vor mir drehte sich zu mir um und fragte mich, woher ich die Band denn kenne. Darauf wusste ich keine Antwort, weil der Zeitpunkt schon ein wenig länger her war. Sie meinte, dass sie Rooney aus einem Gastauftritt aus O.C. California kenne und ihr da der Sänger aufgefallen sei, weil der so süß schaue.
Ich schaute mich um und tatsächlich - das Publikum wäre locker als Abistreichbagage durchgegangen. Soweit, so jut. Die Vorband war nicht weiter erwähnenswert, völlig uninspirierter Deutschrock. Nicht einmal der Name war eingängig.
Dann kam eine deutlich überdimensionierte Umbaupause, in der sage und schreibe eine Box verschoben und fünf Instrumente gestimmt wurden. Dafür braucht man unbedingt ne ganze Stunde. Dann kam ER auf die Bühne. ER, den ich für einen Mittdreißiger mit selbstironischem Wesen gehalten habe (”I’m A Terrible Person…”). ER sah aus wie James Blunt, er heischte schon vor jedem Ton um Beifall Gekreische.
Billy Bragg hat uns gestern auf der Popkomm nicht nur eine Nachricht von Woody Guthrie übermittelt, sondern auch vor der, seiner Meinung nach, derzeit größten Bedrohung gewarnt, Zynismus /play/, der auch zur Gleichgültigkeit führt.

cc BB
Ich war überrascht, daß es ein nicht so volles Billy Bragg Konzert war.
[Andere sprechen vom Gegenteil. Ihr hättet weiter nach vorne kommen sollen.]
Das Publikum setzte sich aus wenigen frischen Volljährigen und vielen Mehrfachvolljährigen zusammen.
Ein 49jähriger, auf dem Weg zu einem Auftritt mit lauter Musik von Billy Bragg schien solch eine Attraktion für ein Kamerateam gewesen zu sein, daß er dazu interviewt wurde. Weshalb er hierher komme, was er an Billy Bragg so möge und weshalb er diesen denn so attraktiv und charismatisch findet. Als die Kamera dann aus war, verabschiedete er sich bei der Reporterin mit “I am Billy Bragg”.
Diese Geschichte, pointiert erzählt und später noch als eine Textzeile in “Sexuality” eingebaut, begleitete den einstündigen Auftritt.
Bragg alleine, mit Gitarre auf der Bühne, spielte drei neue Stücke und bediente die Fans mit Klassikern aus seinem langen Backkatalog [nudge-nudge!]
Er erzählte, was ihn als 19jährigen damals dazu brachte, erstmalig politisch zu agieren; gegen Rassismus.
Gestern gabs die NYHC Legende “Sick of it All” zusammen mit “Wisdom in Chains” und “Today we Rise” als Vorgruppen in der Batschkapp in Frankfurt. Stimmung war von Anfang an prima.

Gegen kurz vor 23 Uhr betraten “Sick of it All” die Bühne und ab diesem Zeitpunkt wurde es ziemlich schwer Fotos zu machen, da man ständig irgendwelche Stagediver auffangen musste. Die Halle war bis auf den letzten Platz gefüllt… auf jeden Fall sollte man die New Yorker mal gesehen haben.

[Bilder: flickr.com/…/040907/]
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“Nie wieder SonneMondSterne!“ …schworen wir uns nach dem Wochenende vom 10. – 12. August 2007. Der erste Besuch dieses Festivals - im Vorfeld bereits mit hohen Erwartungen belegt und großer Vorfreude herbeigefiebert.
Viele Festivalerlebnisse liegen hinter uns in den letzten 13 Jahren, aber noch nie ein derartiges: derartig schlecht organisiert – und daraus resultierend derartig angespannte Stimmung. Und das lag nicht ursächlich am schlechten Wetter, denn man hat ja vollstes Verständnis dafür, dass man bei der Festlegung des Termins für ein Festival eben nicht weiß, wie das Wetter in der fernen Zukunft sein wird. Man kann aber sicher die Wettervorhersage in die kurzfristige Planung mit einbeziehen - war doch schon Tage im voraus klar, dass es ein verregnetes Wochenende werden würde. Es wäre also sehr klug gewesen präventiv etwas gegen die Schlammhölle zu tun, anstatt einfach mit offenen Augen und sehr wenig Mulch/Stroh/Vlies oder Sägespäne auf sie zuzustürmen.
Aber von vorne:
Das Dilemma begann eigentlich schon bei der Einfahrt in den „Campingplatz“ am Freitag Nachmittag (eigentlich handelte es sich ja mehr um einen Parkplatz mit Zelten - sehr clevere Idee, bei total aufgeweichtem Untergrund…) Parkanweisungen? Fehlanzeige.