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Dieses Wochenende wurde der zwanzigste Geburtstag von Nuclear Blast gefeiert, dem weltweit größten Independent-Label, das sein Hauptaugenmerk auf Metal und alles was so ähnlich klingt gerichtet hat. Größen des Geschäfts, wie In Flames und sogar Manowar, sind und waren unter Vertrag, für die Feierlichkeiten waren geladen: Kataklysm, Edguy, Subway To Sally, Dimmu Borgir und Blind Guardian, als Bonustrack gab es noch Rage. Nun, es ist zu sagen, dass ich im Wesentlichen für Subway To Sally und Blind Guardian angereist bin, da ich lediglich die Existenz von Kataklysm und den Stil von Edguy und Dimmu Borgir kenne. Ich bin also arg vorbelastet, es mag sein, dass ich bei Subway To Sally ein wenig ins Schwätzen gerate und Dimmu Borgir in einem Satz abhandele, aber der Reihe nach.
Das Festival war auf jeden Fall eines: Groß. Die Schleyerhalle war von der Polizei mehr oder weniger hermetisch abgeriegelt, weil Leute mit langen Haaren ja auf jeden Fall Schwerverbrecher sind, aber das ist eine andere Geschichte. Am Eingang war, auch eine halbe Stunde nach Beginn des Einlasses, die Hölle los, Hundertschaften von schwarz gekleideten Verrückten blockierten den Gehweg, den Parkplatz und die Zufahrtsstraße. In der Schlange gab es sogar kostenlosen Vodka, da eine kleine Gruppe die Flasche nicht bis zur Abtastkontrolle leer bekamen und sie deshalb halb voll durch die Menge reichen mussten, was ich natürlich freudenstrahlend ausnutzte. Endlich in der Halle breitete sich, gelinde gesagt, schwere Verwirrung aus: Bereits das Foyer war größer als manch andere Konzerthalle, was es für Leute, die die Schleyerhalle noch nie betreten hatten, schwer machte, überhaupt die Bühne zu finden.
 Ein schöner Abend mit den Polarkreisen in der Moritzbastei, zusammen mit meinem LG und der Fraktion Halle. Ich habe mir die Herren aus Dresden nun schon das vierte Mal dieses Jahr auf die Augen und Ohren gegeben. Damals waren auch schon “A heart is an airport” die Vorband, erfreulicherweise genau wie heute abend. Dann war die “StuRa Cultura” Abschlußveranstaltung, wo sie zusammen mit Tele auf der Dachterasse der good old MB gespielt haben und das letzte Mal hab ich sie dann beim Highfield live gesehen. Ich glaube nicht, dass ich eine andere Band schon dermaßen oft gesehen habe (zumindest nicht in einem Jahr…)
Ich mag die Musi irgendwie voll gerne, auch wenn sie von Platte eigentlich gar nicht so doll rocken… Aber live geht da einiges, sofern man die musik mag, ist wie immer Geschmackssache… Falls ihr die Polarkreise also noch noch nicht gesehen der gehört habt, sie sind noch ein bißchen länger on tour, oder ihr hört mal bei MySpace rein…
Aber zurück zu heute Abend, diesmal war die Atmosphäre irgendwie am geilsten.Dazu trägt natürlich allein schön das Kellergewölbe der Tonne bei, was auch dazu führte, dass es stellenweise saumäßig laut war… Das sind die Momente, wo mir wieder einfällt, dass ich zu Hause ne Packung Ohrstöpsel liegen habe… Verdammt! Aber egal, an Manowar kamen sie zum Glück nicht ran …
Die Jungs waren auf der Bühne sicher (nachdem sie ja 2007 so ziemlich überall und alles gespielt haben), hatten Bock und haben ein gewohnt gutes Line-up herunter gerissen. Nben “Dreamdancer” und “Crystal Lake” fand ich diesmal auch die reinen Instrumentalstücke richtig gut… Vorband waren wie gesagt die Leipziger ” A heart is an airport”, inzwischen mit E-Gitarrist und Keyboard verstärkt. Haben auch endlich ihr erstes Album bzw. EP fertig, haben sich m.E. im Vergleich zum letzten Gig total positiv entwickelt, richtig tanzbare Mucke gemischt mit den gewohnt ruhigen Stücken. Die Band besteht ja teilweise aus Mitgliedern von “Palestar“. Auch hier lohnt sich sicher ein zwei Stücke auf der MySpace-Seite anzuhören.
Nach fünf Wochen auf Tour merkte man den Briefs vor der Show die Erschöpfung deutlich an. Trotzdem spielten sie sich voller Energie und mit High-Speed in einer Stunde durch 22 Songs.

Anschliessend verschwand die Band erstmal zum - absolut notwendigen - Duschen, kam dann aber für den Abbau und zu einem kleinen Plausch mit den Fans zurück. Dem Publikum hat’s gefallen und das Stereo Total war mit seiner Grösse genau der richtige Club für diesen wunderbaren Gig.
http://www.myspace.com/thebriefs
The Briefs - Knife:
Maximo Park, Mando Diao, Chris Cornell – ich würde sagen, das waren die Konzerte, die ich am wenigsten genossen habe.
Nicht, daß es schlecht gewesen wäre, aber: Es war zu poppig. Um das halbwegs nachvollziehbar erklären zu können, muß ich wohl weiter ausholen:
Meine musikalische Sozialisation im Kreise anderer Jugendlicher meines Umfeldes war, gelinde gesagt, von Einsamkeit geprägt. Die bekannteren meiner Lieblingsbands sagten anderen entweder nur vom Namen her oder wegen eines Riesenhits, der damals bereits eine halbe Dekade zurücklag etwas, die Gemeinsamkeiten mit ihren Vorlieben beschränkten sich daher auf sehr wenige Berührungspunkte. So kam es, daß ich irgendwann aufgab, jemanden dazu zu bewegen, den zweiten Gästelistenplatz neben meinem in Anspruch zu nehmen. Auch der geschenkte Gaul ist nur eine unbrauchbare Mähre, wenn er von mir kommt, so mein damaliges Fazit. Daß jemand auch noch Geld dafür ausgegeben hätte, mit mir auf ein Konzert zu gehen, ist nie passiert. Ich will mich jetzt nicht in selbstmitleidigem Gejammer ergehen, aber nachdem ich mal jemandem eine Karte für die Queens of the Stone Age geschenkt habe und er mitten im Konzert einfach abgehauen ist, habe ich beschlossen, daß ich allein mit der Musik glücklicher bin. Und auch viel besser die Leute kennenlernen kann, denen es ähnlich geht.
Nachdem ich die kanadische Tribute-Band The Musical Box bereits 2003 in einer Halle der Luxexpo auf Kirchberg mit dem Spektakel Selling England by the Pound live erleben konnte, bin ich gestern Abend mit Freunden nach Saarbrücken in die Saarlandhalle gefahren, um mir die gleiche Tournee in der “Black Show”-Fassung anzuschauen, die Genesis 1974 in Amerika mit verändertem Bühnenbild aufgeführt hat. Obwohl der Drummer Martin Levac, der beim Konzert in Luxemburg vor vier Jahren Phil Collins nicht nur stimmlich ähnelte (er sang damals das von Phil Collins performte Lied More Fool Me), dieses Jahr nicht mehr dabei war, und auch Steve Hacketts Rolle nun von François Gagnon anstelle von Denis Champoux besetzt wird, war auch dieses Konzert wie eine Zeitreise in die 70er Jahre, zurück in die Glanzzeit des Progressive Rock. Es ist einfach beeindruckend wie perfekt die Shows von The Musical Box inszeniert sind. Nicht nur die Bühnendekoration und Kostüme sind den Original-Konzerten von Genesis nachempfunden, der Sänger Denis Gagné mimt Peter Gabriel so täuschend ähnlich, nicht nur mit seiner Gestik, sondern vor allem auch mit der Stimme, dass man sich wirklich vorkommt wie 33 Jahre in die Vergangenheit zurückkatapultiert, geradewegs zu einem Konzert der Kultband Genesis.
Hier die Playlist des Abends:
Um es kurz zu machen: Wer sagt, dass es ihm bei Musik hauptsächlich um Musik ginge, der sollte sich Battles live anhören. Manchmal dient Musik ja dazu, einen Stil zu pflegen, einer Gefahr, die auch bei Battles besteht: experimentelle Musik für Kunstinteressierte zum Beispiel. Aber Battles machen Musik nicht mit Anspruch, sondern mit Muskelkraft.

Battles gehören zu den Musikern, die experimentieren, dekonstruieren, komprimieren, expandieren und dabei alles andere als anstrengend sind. Man muss kein Fan ausgefallener Musikstile sein. Ganz im Gegenteil klingt das alles so selbstverständlich, als hätte es niemals irgendwelche Musikstile gegeben. Zu ihrer Musik möchte man mithopsen und den Kopf extatisch schütteln und merkt gar nicht, wie sie gerade dabei sind, mit Kettensägen den Vergnügungspark in Schutt und Asche zu zerlegen. Und ja, Battles passen auch in ein DJ-Set (z.B. im Mix von Diplo bei pitchforkmedia).
Schon bei den Studioaufnahmen erkennt man das Potential, das in ihnen steckt und merkt auch, wie künstlerisch und eingezwängt das Ganze “auf Platte” klingt. Deshalb habe ich mich auf dieses Konzert richtig gefreut und sie haben meine Erwartungen weit überschritten.
vorgestern auf einem ska-konzert gewesen. und mir wurde ziemlich schnell klar, warum ich seit jahren keines mehr besuchte, ska immer nur nebenbei mitnahm auf eher punklastigen soirees.
der abend wurde mit der reichlich überflüssigen frage des sängers der ersten band eröffnet, ob denn hier jemand ska möge. und somit wurde die marschrichtung vorgegeben.
sowohl die band als auch große treile des publikums beschränkten sich darauf, ihr bild von ska abzufeiern und die abbildungen ihrer selbst darin, coole klischees denen sie leider gar nicht entsprachen. eine schwarz-weiß karierte plastikwelt, in die nichts rein- und aus der nichts rauskommt, second life mit biergeruch, ungefähr ähnlich relevant wie blogger c, wenn er sich darüber beklagt, dass der grabenkrieg zwischen blogger b und blogger a so an seinen nerven zehrt.
hin und wieder hatte der auftritt der clerks auch schöne momente, nämlich dann, wenn der sänger, der auch nicht allzuviel aus seiner langweiligen stimme rausholen zu können schien, seine klappe hielt und sich das spiel zwischen der rhythm- und der brass-section entfalten konnte. aber das währte nie allzu lang, dann meinte der sänger wieder, irgendwas mit ska sagen zu müssen. (wie ich das hier niederschreibe, erinnert mich das ganze an eine band namens s.u.f.f., die ich anno 2000 live sehen durfte, und der kern bei gefühlten 100% ihrer lieder darin bestand, den bandnamen zu brüllen).
Sich mit mitterweile doch knapp über 18 Jahren nochmal 2 Stunden ununterbrochen slamdancend in einem Circle Pit aufzuhalten rächt sich am nächsten Tag doch ein wenig. Viel mehr als die Knochen leiden allerdings die Ohren unter dem gestrigen Abend. Diese verweigern nämlich heute größtenteils ihren Dienst. Wenn man sich eine Blechbüchse übers Ohr stülpt und davor ein Kissen hält und dann noch das Fiepen eines kaputten Fernseher hinzufügt ist man nahe an meinem heutigen Hörerlebnis. Alles aber scheißegal, wenn man ich mir vor Augen halte wie geil Gorilla Biscuits gestern Köln gerockt haben. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass die Herrschaften auf ihre alten Tage nach der Reunion noch dermaßen abgehen. Nachdem die ebenfalls coolen Waterdown nach dem letzten Lied grinsend zur Menge meinten “Ihr habt keine Ahnung was hier gleich abgehen wird” ging es dann auch tatsächlich mit dem ersten Akkord gleich zur Sache.
Als ich eins der spärlich in Hamburg verteilten Ankündigungsplakate erspähte, machte ich vor Freude fast einen Sprung. Aber nur fast, denn alles andere hätte komisch ausgesehen. Ich hob gerade Geld ab und direkt neben dem Automaten hing eins.
Die Dewaele-Brüder und Ihre Soulwax Kumpel (wenn ich sie richtig identifiziert habe, waren das Stefaan Van Leuven und Steve Slingeneyer) kommen also in die Stadt, wie geil.
Mit hohen Erwartungen betrat ich den Neidklub auf der Reeperbahn, in dem ich zuvor noch nicht war. Es ist ein relativ junger Club, hat noch nicht mal einen Lenz gesehen.
Zum warm werden hat zunächst ein DJ aktuelle Tracks aus der Kitsuné/Ed Banger Ecke aufgelegt. Es folgte ein Typ, dessen Namen ich nicht kenne, der mit Drumcomputer und anderem technischen Gebimsel ziemlich aufgedrehte Techno- und Houseklänge erzeugte. Insgesamt nett, aber die Stimmung gebremst, wenig euphorisch, man wartete schließlich auf Soulwax. Und das hinreichend lange Konzertbeginn war angekündigt mit 22:00 Uhr. Um 00:30 Uhr gings dann aber ab. Und wie. Es wurden (wie angekündigt) alte Remixe gespielt und neue und natürlich die Tracks von der Nite Versions Platte. Dabei war es wahnsinnig beeindruckend den Vier zuzusehen, wie sie zum Beispiel Kylie Minogues “Can’t get you out of my head” live zerfrickeln, neu arrangieren und bombastisch in Szene setzten. Laut, treibend, ekstatisch. Hammergeil. So ging es immer weiter. Das tanzende Publikum außer sich, wurde immer noch mehr angeheizt, die Klänge waren ähnlich übersteuert wie bei aktuellen Justice-Auftritten, bewahrten sich aber immer noch eine gewisse Differenziertheit, die ich bei Justice vermisse. Dennoch baute sich die Klangwand aus Schlagzeug, Bass, Sythie, Soundsamples, Drumcomputer, Gesang immer weiter auf bis alles zusammen in einem Mix aus The Gossips “Standig in the Way of Control” und NY Excuse seinen finalen Höhepunkt fand. Wahnsinnig laut, wahnsinnig toll.
Danach war es leider schon vorbei. Der Auftritt dauerte etwa 70 Minuten und die Jungs verschwanden sofort und ohne Zugabe von der Bühne.
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