vorgestern auf einem ska-konzert gewesen. und mir wurde ziemlich schnell klar, warum ich seit jahren keines mehr besuchte, ska immer nur nebenbei mitnahm auf eher punklastigen soirees.
der abend wurde mit der reichlich überflüssigen frage des sängers der ersten band eröffnet, ob denn hier jemand ska möge. und somit wurde die marschrichtung vorgegeben.
sowohl die band als auch große treile des publikums beschränkten sich darauf, ihr bild von ska abzufeiern und die abbildungen ihrer selbst darin, coole klischees denen sie leider gar nicht entsprachen. eine schwarz-weiß karierte plastikwelt, in die nichts rein- und aus der nichts rauskommt, second life mit biergeruch, ungefähr ähnlich relevant wie blogger c, wenn er sich darüber beklagt, dass der grabenkrieg zwischen blogger b und blogger a so an seinen nerven zehrt.
hin und wieder hatte der auftritt der clerks auch schöne momente, nämlich dann, wenn der sänger, der auch nicht allzuviel aus seiner langweiligen stimme rausholen zu können schien, seine klappe hielt und sich das spiel zwischen der rhythm- und der brass-section entfalten konnte. aber das währte nie allzu lang, dann meinte der sänger wieder, irgendwas mit ska sagen zu müssen. (wie ich das hier niederschreibe, erinnert mich das ganze an eine band namens s.u.f.f., die ich anno 2000 live sehen durfte, und der kern bei gefühlten 100% ihrer lieder darin bestand, den bandnamen zu brüllen).
get a life!
dieses ermüdende schauspiel brachte mich fast dazu, mir zu schwören, erst dann wieder ein ska-konzert zu besuchen, nachdem laurel aitken aus seinem grabe hüpfte. aber dann kamen die special guests und willie ocean auf die bühne um ihren auftritt vorzubereiten. herr ocean hatte in klischee-hiphop-manier einen riesigen SKA-schriftzug vor der brust baumeln. es trieb mir ein schunzeln ins gesicht, erschien es mir doch als gekonnte persiflage der zuvor demonstrierten attitüde. schon die ersten töne, die erklangen, machten deutlich, dass diese band in einer ganz anderen liga kickt als the clerks. sie ritten nicht auf klischees rum in der hoffnung, deren coolness würde auf sie abfärben, nein, ihre musik war durchtränkt von glasklarer coolness. auch sie spielten nur ska, aber sie zeigten auf, was im ska gehen kann, und trotzdem drehte sich nicht alles nur darum. mir kommt es so vor, als wäre ska für die clerks das ziel, für die special guests aber die basis. und wenn willie ocean leicht rüpelhaft-charmante ansagen machte, so kamen sie nicht nur ohne die drei buchstaben aus, sie offenbarten die entertainerqualitäten und den witz des sängers.
ska ist also, entgegen meines eindrucks zu beginn des abends, doch alles andere als tot, aber skastadt sollte er meiden, vielmehr auf ihrer asche gedeihen.