Die isländische Band For A Minor Reflection machte den Auftakt mit Instrumental-Musik, die sich nicht hinter derjenigen des Headliners zu verstecken brauchte. Die vier Musiker hatten später noch einen Gastauftritt, als sie mit Trommeln Gobbledigook begleiteten.
Die für das Konzert mit Sitzplätzen eingerichtete Rockhal war zu diesem Zeitpunkt allerdings nur spärlich mit Fans gefüllt, was z.T. wohl an den üblichen Verkehrsproblemen auf Belval lag. Als Sigur Rós die Bühne gegen 21 Uhr betraten, war der Saal jedenfalls gut gefüllt, wenn auch nicht bis auf den letzten Sitzplatz ausverkauft. Durch den überaus kraftvollen Auftritt der Vorgruppe, in der übrigens der Bruder des Sigur-Rós-Bassisten Gitarre spielt, hatte ich erst Zweifel, ob ich das Konzert ohne Ohrenstöpsel erleben wollte. Glücklicherweise schienen die Leute am Mischpult für den Headliner eine etwas erträglichere Lautstärke vorgesehen zu haben, so dass ich die Musik dann doch ohne Filter genießen konnte.
Bei der Vorgruppe handelte es sich um eine schwedische Formation mit dem treffenden Namen Pain, die bei meiner Ankunft gerade dabei war Eleanor Rigby von den Beatles in einer Metal-Version zu spielen. Darauf folgten noch einige Headbanging-Nummern, bevor das Publikum über eine halbe Stunde Zeit hatte, ehe die Bühne für die finnische Band bereit war. Ich war gespannt, ob die neue Sängerin von Nightwish gerade die älteren Stücke, die mir wegen der Opernstimme von Tarja Turunen so gefallen, auch überzeugend interpretieren würde. Anette Olzon gelang es größtenteils, die Fans in Stimmung zu versetzen. Nachdem sie das Publikum gelobt hatte versprach sie außerdem, nach Luxemburg zurückkehren zu wollen. Stimmlich fand ich die Performance der Sängerin im Gegensatz zum Bassisten und Sänger Marco Hietala allerdings eher schwach, darüber hinaus erwarte ich mir von einem Eintrittspreis von 30 Euro mehr als 80 Minuten Spielzeit von der Hauptgruppe. Womit meine Schlussfolgerung auf die gleiche Feststellung wie beim Dream Theater Konzert letztes Jahr hinausläuft: Es tut mir nicht leid, dass ich dabei war, aber ein zweites Mal brauche ich diese Band nicht mehr live spielen zu sehen.
Dieser Beitrag ist eine um die Anfahrt-Details erleichterte Fassung des zuerst auf meinem Blog veröffentlichten Original-Beitrags.
Am letzten Sonntag wurde wieder einmal das musikalische Rad der Zeit zurückgedreht. In der Rockhal auf Belval trat die wohl beste Pink Floyd Tribute Band der Welt auf: The Australian Pink Floyd Show. Nachdem ich vor einigen Monaten bereits die Gelegenheit hatte, Musik der 70er live fast wie im Original zu erleben, habe ich vor einer Woche ein Live-Konzert mit der Musik von Pink Floyd besucht. 1994 hatte ich Pink Floyd live in Werchter im Rahmen der Division Bell Tour gesehen, ein Gig an welches ich mich allerdings nicht so gut erinnere, als dass ich jenes Konzert in meine Top-Liste aufnehmen würde.
Mehr noch: die Darbietung der Australier hat mich so überzeugt, dass ich mangels bleibender Eindrücke aus Werchter einfach mal behaupte, dass die Musik in der Rockhal besser war als auf der Flur in Belgien vor 14 Jahren. Da das Konzert mit einer wegen der Sitzplätze durchaus willkommenen Pause rund zweieinhalb Stunden gedauert hat, kamen die Fans voll auf ihre Kosten. Nach einigen Titeln von The Wall führte die Playlist quer durch die Alben der Compilation Shine On (obschon ich mir nicht sicher bin, ob auch etwas von A Saucerful of Secrets dabei war) über A Momentary Lapse of Reason bis hin zu The Division Bell. Die Bühnenshow war derjenigen der Division Bell Tour nachempfunden, wie man sich auf den Bildern in meinem Blog überzeugen kann.
Vor 3 Tagen habe ich das Konzert von Fish in Dudelange besucht. Ort des Gigs war die zu einem regionalen Kulturzentrum umfunktionierte stillgelegte Industriehalle “Op der Schmelz” am Ortsausgang Richtung französische Grenze.
Für mich war es das zweite Fish-Konzert, nachdem ich bereits vor 10 Jahren die Sunsets On Empire Tour in der gleichen Ortschaft, damals jedoch im lokalen Sportzentrum erleben konnte. Der 31. Oktober ist jedoch nicht der 14. Mai und eine leer stehende Industriehalle ist keine ausgestattete Mehrzweckhalle, so dass der unangenehmste Faktor des Abends die niedrige Temperatur war.
Da wir bereits kurz vor halb acht ankamen, Fish jedoch erst gegen neun auf der Bühne erschien, hatte die Kälte genug Zeit, wenig bewegungswillige Konzertbesucher noch steifer zu machen. Daran vermochte auch die zwar stimmgewaltige, jedoch nur mit einer akustischen Gitarre ausgestatteten Vorgruppe Vorsängerin Amy Speace eine halbe Stunde lang nichts zu ändern.
Fish und seine Band heizten den Fans vielleicht gerade deshalb sofort mit z.T. hardrockigen Klängen ein. Das Konzert der Clutching At Stars Tour versprach einen Mix von alten und neuen Stücken, wobei die (richtig) alten von Clutching At Straws, dem letzten von Fish als Frontmann von Marillion gesungenen Album, die (richtig) neuen vom aktuellen Werk 13th Star stammten.
Nachdem ich die kanadische Tribute-Band The Musical Box bereits 2003 in einer Halle der Luxexpo auf Kirchberg mit dem Spektakel Selling England by the Pound live erleben konnte, bin ich gestern Abend mit Freunden nach Saarbrücken in die Saarlandhalle gefahren, um mir die gleiche Tournee in der “Black Show”-Fassung anzuschauen, die Genesis 1974 in Amerika mit verändertem Bühnenbild aufgeführt hat. Obwohl der Drummer Martin Levac, der beim Konzert in Luxemburg vor vier Jahren Phil Collins nicht nur stimmlich ähnelte (er sang damals das von Phil Collins performte Lied More Fool Me), dieses Jahr nicht mehr dabei war, und auch Steve Hacketts Rolle nun von François Gagnon anstelle von Denis Champoux besetzt wird, war auch dieses Konzert wie eine Zeitreise in die 70er Jahre, zurück in die Glanzzeit des Progressive Rock. Es ist einfach beeindruckend wie perfekt die Shows von The Musical Box inszeniert sind. Nicht nur die Bühnendekoration und Kostüme sind den Original-Konzerten von Genesis nachempfunden, der Sänger Denis Gagné mimt Peter Gabriel so täuschend ähnlich, nicht nur mit seiner Gestik, sondern vor allem auch mit der Stimme, dass man sich wirklich vorkommt wie 33 Jahre in die Vergangenheit zurückkatapultiert, geradewegs zu einem Konzert der Kultband Genesis.
Hier die Playlist des Abends: