
Als el bergo samt Begleitung so gegen 11 im Ambassador eintrudelten, hatte die erste Band des Abends gerade angefangen. “Bands start 10ish” stand auf dem Plakat. Also hielten wir 11 für eine geeignete Zeit, da mal so langsam aufzukreuzen. Kiwi-Time halt. Hat ja auch gepasst. Und diesmal hatte ich auch an meine Kamera gedacht … Ha Ha!
Also … die erste Band. The Rebelles. Punk. Äußerst gutaussehender Punk. Vor allem die Gitarristin der Kombo sah sehr reizend aus. Musikalisch … tjoa. Im Grunde nichts Besonderes. Ramones in modernem Soundgewand mit Frauenstimme. Oder so. Aber irgendwie find ich Punkbands mit Sängerinnen ja eh (fast) immer großartig. So wie Deadline. Und wenn die Sängerin nach dem Konzert eine Jeans-jacke mit riesigem Misfits- “Die Die, My Darling” -Rückenaufnäher anzieht, kann man die Band ja nur gut finden. Oder? Wer sich selbst einen Eindruck von den drei Mädels mit den Klischee-Pseudonymen und ihrem Drummer (der Ärmste der Glückliche … Hahn im Korb in ner Punk-Band) verschaffen will: Auf ihrer MySpace-Seite gibts ein paar Videos.
Ja na gut … bis auf die Sängerin stehn die Mädels immer etwas stocksteif da. Machen (und haben) aber trotzdem ne gute Figur.

The Rebelles
Der Mai ist NZ Music Month, es finden unzählige Konzerte von Kiwi-Bands in den vielen kleinen Clubs und Bars von Auckland (und wahrscheinlich auch überall im Rest des Landes) statt.
Kurz vor 11 waren el Bergo und ein Kumpel vor Ort im Ambassador, einer schnukeligen kleinen Bar. In Neuseeland fängt halt man halt gerne mal was später an. Die erste Band des Abends – the Coolies – war auch fast schon spielfertig. Die beiden Mädels Anfang 20 und der mindestens 10 Jahre ältere Drummer fingen also mit ihrem Set an. Oder so. Klang ein bisschen nach Gitarre stimmen, während Basserin und Drummer jammen. Dazu wurden dann unverständliche Lyrics vorgetragen, wozu die Sängerin leider immer wieder mit das Bedienen ihrer Gitarre unterbrechen musste. Unter anderem, um die Texte aus ihrem Nozibuch abzulesen. Von der Musik her hat mich das Trio sehr an Be Your Own Pet erinnert. Mit weiblicher Stimme vorgetragener Post-Punk, ein famoser Drummer, aber ansonsten … Planlosigkeit. “Welchen Song wollten wir noch mal als nächstes spielen?”

Wummernder Bass, Gebrüll und Geschrei, ganzkörpertätowierte Muskelprotze, Moshpits. Ein Hardcore-Konzert halt. Now Playing: Antagonist. New Zealand’s finest. Über die Vorbands möchte ich jetzt mal – ganz davon abgesehen, dass ich ihre Namen schon wieder vergessen habe – kein Wort verlieren. Wer die wahrscheinlich schlechteste jemals gespielte Sepultura-Cover-Version verbricht, verdient keine Erwähnung. So.

Ok, die anfängliche Beschreibung des Normalzustands eines jeden Hardcore-Konzertes muss ich für dieses besondere Konzert auch noch mal relativieren … Aber fangen wir mal von vorne an: Das Dumme an diesem Konzert war, dass ich absolut keine Ahnung hatte, wo es stattfinden sollte. Auf Antagonists MySpace Seite stand nur das Datum. Und der Ort: Auckland. Na super. Nach ein wenig Recherche hatte ich dann so etwas ähnliches wie eine Adresse rausbekommen: Te Pai Netball Hall, off Lincoln Road, West Auckland. Na also. Mit diesem Wissen ausgestattet, setzte sich el Bergo mit seinen zwei finnischen Mitstudentinnen in ein Taxi, gab dem netten Herrn am Steuer die Adresse und es konnte los gehen. Blöd nur, dass A) ca. 90% der Taxifahrer in Auckland zwar seit mehr als 10 Jahren in ebendieser Stadt Leute umherkutschieren, aber außerhalb des Stadtzentrums absolut keine Ahnung haben, wie man denn wo hinkommt und B) die Lincoln Road eine verdammt lange Straße ist. Es war doch sehr amüsant, wie der Taxifahrer bei Burger King auf dem Parkplatz hielt und mir dann bedeutete auszusteigen, um mal nach dem Weg zu fragen. Dort konnte man uns allerdings auch nicht weiterhelfen, also wollten wir nicht noch unbedingt mehr Geld verpulvern und haben uns dann weiter zu Fuß durchgeschlagen. Der nette Türsteher (Türsteher? Bittewas???) vor dem Liquor Store nebenan konnte uns dann glücklicherweise weiterhelfen.