Die Jungs von Itchy Poopzkid wurden ihrer Anheizerrolle gerecht, so wurde viel und nett mit dem Publikum in der ausverkauften Live Music Hall geplaudert, zur Beteiligung an einer Wall of Death und zum Mitsingen aufgefordert
. Insgesamt lieferte die Band eine gute, halbstündige Show ab. Die gespielten Songs, wurden technisch und handwerklich einwandfrei vorgetragen und mit glasklarem Sound in das tobende Publikum gehämmert. Zugegeben, ich bin nicht der riesen Itchy Poopzkid Fan, warum ich deren Show nur mit einem Auge und Ohr in Vorfreude auf den Mainact verfolgte. Stellenweise sind mir deren Songs einfach zu repitativ. Fünfminütige Songs, deren Liedtexte nur aus zwei Sätzen bestehen, waren noch nie mein Ding. Den Zuschauern schien es aber blendend zu gefallen, denn während die Vorband spielte, war im “Biergartenbereich” der Venue kaum ein Besucher anzutreffen, was nicht immer der Fall ist.
Am 20. Juni war es endlich soweit. ‘Incubus‘ live auf der Museumsmeile in Bonn. Mit am Start war die Band ‘State Radio’ als Support. Hätte ich Incubus nicht bereits vier Mal live gesehen, wäre ich sicherlich hochauf begeistert von der abgelieferten Show gewesen, von deren Länge und dem recht leisen Sound abgesehen. Mir drängte sich die ganze Show über das Gefühl auf, dass die Beschallung nur von den Monitorboxen on Stage ausging. Wer die Band schon länger kennt und einen Blick auf die Setlist wirft, wird über die gelungene Mischung alter und neuer Stücke sehr erfreut sein. Lediglich das von vielen Fans vermisste “A Certain Shade of Green“ hätte zur Bestof Vervollständigung noch gefehlt.Dank der bereits am frühen Morgen geopferten Tokio-Hotel Fanartikel, war der Funk-Metall-Gott auf unserer Seite und bedankte sich mit trockenem, schwülen Wetter und wohlig temperierten Gärgetränken bei uns für diese Ehrentat.
‘State Radio’, aus Sherbon (Massachusetts), legten pünktlich um 19:00 Uhr mit einer gesunden Mischung aus Funk/Reggae los. Trotz erstklassiger Musik, wollte aber nicht so wirklich Spaß in der Menge aufkommen. Von meinem Überwachungsposten am Bierwagen aus, zählte ich keinen einzigen Crowdsurfer und nur recht wenig rhythmisch wippende Köpfe. Dieser festgestellte Zustand sollte sich mit dem Headliner nicht wesentlich verändern, was wohl eher mit dem steifen Bonner Publikum der “Du-ich-würde-da-jetzt-echt-gerne-mit-dir-drüber-diskutieren-Studenten” Kategorie, als mit der von der Band abgelieferten Show zusammenhängen dürfte, denn an dieser gab es nichts auszusetzen. Selbst bei diesem dürftig, leisem Sound, hätte ein bisschen mehr Party in der Menge abgehen können.