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Ich könnte jetzt von dem Zitterkampf vor dem Mousonturm erzählen, und dem Herzrasen nachdem ich doch noch eine Karte bekommen habe, von dem nicht sehr überzeugenden ersten Support Act, und dem supergeilen Beatboxer, von den blöden Security Leuten, die beim Blick in meine Tasche die Kamera nicht entdeckten, und wegen denen ich mittem im Konzert nochmal raus ebenjene einchecken gehen musste, von dem ewigen rumgestehe in der vollen Halle bei schweisstreibenden Temperaturen, und dem viel zu bewegungsunlustigen Publikum, aber eigentlich braucht man nur zu sagen, dass es wirklich ganz ganz toll war.

Jetzt drücke ich mich schon seit Tagen vor einer kleinen Rezension, weil ich immer noch nicht weiss, was ich drüber schreiben soll.
Die Musik war großartig, ich habe noch mehr getanzt als beim letzten Mal, meine Stimmung war anfangs gut, in der Mitte schlecht, dann wiederganz oben. Und dann war es vorbei. Für 12 Euro. Ohne Support. Ohne so tolle Bühnenshow wie beim letzten Mal.
Ich glaube fast, die beiden Jungs sind begeisterter und überwältigter als ich (und so manch anderer) nach Hause gegangen, es sei ihnen aber gegönnt. Ich hoffe nur, dass das Publikum es ihnen das nächste Mal nicht so einfach macht.
[Analoges Live-Blogging, digitalisiert.]
// (Die Stimmen von) Ladytron waren live unerträglich // no playgirl //
// somewhat damaged with the lights still on // trent reitet auf seinem besen mikroständer // don’t you fucking know what you are? // aaron north with star power // trent’s taking a shit on stage (well, that’s what it looked like) // we’re in this together now // march of the pigs // piggy with matching squeaking noises from the front row // the beginning of the end // kein tambourineschwingender tanzaffe mehr // closer (bloodred acid mix) with only time interlude // ständig beim auf die lippe beissen ertappt // ruiner // didn’t you? // die lcd-glühwürmchen // no, you don’t // only (ohne lachbeat) // i just made you up // wish // help me i’m in hell // reptile // the big comedown // survivalism // our new record is coming out in.. i don’t know, two weeks, but you can steal it as of today // i have no idea what you just said, but it sounded fucking cool - and scary // suck // burn // bassbumps // gave up // hurt (half version) // shaking // i will never understand why you have to fucking scream during this fucking song. scream in other fucking songs, but not this fucking song. // the hand that feeds // nebelvorhang // head like a hole // abgang.
Ich bewundere ja immer Leute, die vor anderen die größte Scheiße abziehen können, ohne sich dabei dämlich oder peinlich vorzukommen. So hatten Good enough for you auch schon bei bloßem Anblick Sympathiepunkte gewonnen. Die Musik war dann aber zu wild, zwar viele gute Ansätze, aber mit zu vielen verschiedenen Einflüssen verzerrt. Die Harmonien gefielen, die Dissonanzen leider gar nicht.
Ich hab mir eben als Vergleich auch mal die Lieder auf myspace und ihrer Homepage angehört, und auf Platte klingt es irgendwie langweilig. Nur wegen ihnen würde ich jetzt auch auf kein Konzert gehen, und, oh, ich glaube, ich schreibe mehr über die Vorband, als gleich über den Hauptakt, ich muss jetzt mal zum Schluss hier kommen… was ich sagen wollte: nicht die große Entdeckung, aber es passte.
Dann Console, und auch hier traten wir wieder in dem Raum, nachdem die Band schon angefangen hatte zu spielen, und auch sie gewannen mich gleich auf den ersten Anblick, mit ihrer Leinwand, und vor allen Dingen den tollen T-Shirts mit laufenden, digitalen Zahlen und blinkenden Herzchen oder den Equalizerbalken… wo gibt’s sowas, ich will das auch!
Auftakt Malcom Middleton, der mit ganz netten Texten daherkam, leider transportierten seine Stimme und die Musik das ganze nicht so toll.
Dann trat Herr Proper-Sheppard auf die Bühne, und ich verbrachte die nächste halbe Stunde damit herauszufinden, ob er nun angefangen hat irgendwelche Drogen zu nehmen, oder einfach nur ein arrogantes Arschloch geworden ist. Was ein bisschen Schade war, da genau in der Zeit die ganzen tollen alten Lieder gespielt worden sind.
Dann gab es eine geballte Ladung Lieder des neuen Albums, welche mich auch live nicht ganz überzeugen konnten. Big city riot war allerdings sehr toll (auch Anbetracht der Tatsache, dass sie es erst zum zweiten Mal live gespielt haben). Überhaupt, live, da ist man hinterher fast immer etwas enttäuscht, wenn man die Studioalben anhört, weil sie doch viel kraftloser wirken.
Immer wieder hab ich mich nach meiner Begleitung umgesehen, um mich daran zu erinnern, dass es jetzt und nicht vor 3 Jahren ist. Da schossen mir dann auch wieder die Vergleiche durch den Kopf, wieviel toller und besser doch alles beim ersten Mal war.
Aber als zum Abschluss dann Desert song no. 2 und The river song gespielt wurden, da war alles wieder beim Alten, und ich war versöhnt, und doch wütend, traurig, aber auch glücklich.
Mal wieder auf anraten von Caro auf ein Konzert gegangen, und mal wieder total begeistert nach Hause gekommen.
Vorweg gab es Carsten (den ich ja Woody Burton nennen würde, zumindest von seiner Aufmachung her), der uns mit 12-saitiger Gitarre in schiefer Tonlage ein paar seiner Lieblingslieder vortrug. Wenn er nur Gitarre spielte war es auch gar nicht so schlimm.
Dann auch schon djc, und es war großartig. (Kann man das eigentlich noch sagen, großartig, scheint ja heute jeder bei jeder Kleinigkeit zu tun.) Zwischen den einzelnen Liedern erzählte David immer wieder ein bisschen was, gerne auch, dass er heute Abend eigentlich nicht reden wollte. Ich nehme mal an wegen seiner Bronchitis, die ich persönlich gar nicht herausgehört habe. (Überhaupt, seine Stimme, was für ein Phänomen. Als er sich 5 Meter von mir mit jemandem unterhielt hatte ich das Gefühl, den Bass im ganzen Körper zu fühlen.)

Die, zugegebenermassen doch etwas folkigen Songs der Zugabe waren zwar nicht ganz so mein Fall, aber ich hätte trotzdem auf der Stelle nochmal 8 Euro hingelegt, wenn sie nur noch mehr gespielt hätten.
[maingold haben für weitere Photos (mit Blitz) gesorgt, und vor allen Dingen auch für ein Video.]
Pornophonique waren wie angekündigt in der Centralstation - und ich natürlich auch. Die Lounge war fast überfüllt, Happy Hour Cocktail für 5 Euro immer noch zu teuer, der Southern Sour zu zuckrig, das Scheinwerferlicht neben mir verdammt heiß, Game Over ungespielt, der C64 wieder nicht dabei und ihr angekündigtes Album auch nicht. Aber ansonsten alles beim Alten. Bilder gibt’s wie immer bei flickr, pornophonique das nächste mal live in Wien im rhiz. Da dann aber ohne mich.
Mein ab sofort persönlicher Musicscout Miss Caro hat mir mal wieder einen großartigen Abend beschert. Auch wenn es anfangs noch ganz anders aussah.
Da steht man völlig durchgeschwitzt und verausgabt, und denkt, dass nach dieser Liveversion von Dead Disco gar nichts geileres mehr kommen kann, doch plötzlich vernimmt man die am Boden liegende Emily sanft ihre Lyrics ins Mikrophon hauchen und einen in ihren Bann lullen, und obwohl sie allen eine Gute Nacht wünscht beginnt man zu ahnen, dies war erst der Anfang von einem Abend, den man nie vergessen wird.
Wie habe ich ihre ersten beiden Alben geliebt, und stundenlang rauf- und runtergehört, und mich gleichzeitig geärgert weil keine Lyrics im Netz zu finden waren - ein ganzes Jahr lang habe ich immer wieder mal gesucht, und musste immer wieder fassungslos feststellen, dass es einfach keine gibt - und all meine Versuche die Texte rauszuhören endeten in Verzweiflung. Nun sind Zoot Woman mit neuen Liedern auf Deutschlandtournee, und die meisten Lyrics gibt es mittlerweile auch zu finden. Kann es noch schöner sein? Ja, es kann.
Wie bereits nach dem Besuch des O2 Festivals angekündigt ging es also erneut zu Massive Attack. Als Support war DJ Shadow dabei, was mich besonders erfreute, da ich mich auf dem Festival damals ja leider für Goldfrapp entschieden hatte.
Und was für ein leider, denn die Show, die DJ Shadow ablieferte war einfach unglaublich. Lediglich die beiden neuen Lieder, für die er sich gesangliche Unterstützung mitgebracht hatte, waren nicht so mein Fall, aber so konnte ich mir in aller Ruhe was zu trinken holen gehen. Der Rest war dafür mehr als überzeugend, und das fand nicht nur ich, denn zum ersten Mal in meiner bisherigen Konzertbesuchhistorie gab ein Support Act eine Zugabe. Selbst DJ Shadow schien von der Akzeptanz mehr als überrascht, und man kann nur hoffen, dass er bald wieder mit einer eigenen Tournee zurück kommt.

Danach Massive Attack, die mir genau das lieferten, was ich erwartet hatte. Leider gefiel mir die Liedauswahl nicht ganz so gut wie die Male zuvor, und das deutsche Publikum noch viel weniger. Die Halle kam mir ausserdem sehr erdrückend vor, und ich bereute, trotz meiner Tanzwut, dass ich meinen Sitzplatz aufgegeben hatte. Alles in allem also das schlechteste von allen bisher besuchten Konzerten, was jedoch nur an den äußeren Umständen lag, und nichts mit der Darbietung von Massive Attack zu tun hatte. Die war natürlich wie immer großartig.
Lange, lange hab ich überlegt, auch wenn Massive Attack als Headliner eigentlich keine Fragen offen lässt. Als aber nach Wochen das Festival immer noch nicht ausverkauft war (weder das in Leeds, noch das Original in London), wurde ich stutzig. Und das, wo in diesem Jahr doch Glastonbury nicht stattfindet!
Vor ein paar Tagen fiel mir dann aber ein, dass dafür ja ein anderes Großereignis stattfindet. Zwar nicht hier, sondern in Deutschland, aber dennoch von grossem Interesse für die englische Bevölkerung. Insbesondere da an diesem Wochenende die Achtelfinale der Gruppen A und B stattfinden.
Trotz des Wissens, dass die meisten Idioten nun also im Ausland, oder vor dem Fernseher verweilen werden, wollte ich aber dennoch nicht so ganz, denn ganz alleine, dass hat schon bei Oceansize keinen Spass gemacht. Und dann las ich, dass Metric Opener sind, und Miss Caros Einträge sind nicht spurlos an mir vorbeigegangen, so dass ich spontan eine Ticket erworb (und das trotz der Tatsache, dass ich mir bis dahin kein eines Lied von Metric angehört hatte).
Oceansize spielt quasi um die Ecke, da muss ich doch einfach hingehen, dachte ich mir, das letzte Konzert vor zweieinhalb Jahren noch im Kopf, die Erinnerungen an die Musik, den Sänger und das anschliessende Gespräch… ausserdem war es eine der wenigen Gigs, die in diesem Land nicht innerhalb der ersten 24 Stunden ausverkauft sind, so dass ich mich spontan entschliessen konnte, dort vorbeizuschauen.
Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde, da ich keine der Bands kannte, und sowieso nur dank der Freikarte mitgegangen bin, aber man sagte mir, es solle rockig werden.
Geil, pornophonique live, dachte ich mir, und vorher noch ‘ne Lesung, war ich ja auch lang auf keiner mehr. Aber: eine Comic Lesung? Wie soll das denn gehen?
Da ich mir aber in letzter Zeit zu viele Gedanken gemacht habe, und aufgebaute Erwartungen eh immer mehr kaputt machen als nützen, beschloss ich, es einfach auf mich zukommen zu lassen. So schaffte es Flix quasi mühelos, eine der nettesten, lustigsten (und auch hübschesten) Überraschungen der letzten Zeit zu werden. Ich möchte für zukünftige Besucher auch nicht zuviel verraten, mögen sie sich doch selbst ein Bild von dem ganzen machen, Lohnen tut es sich auf alle Fälle.
Take me to the bonus level, because I need an extra life
Danach pornophonique, die ich im letzten Jahr nur einmal sehen konnte, und seit dem sehnsüchtig auf ihr erstes Album warte. Wer bislang dachte, Maschinen hätten keine Gefühle, hat die beiden noch nicht spielen gehört. Die eigenen Songs überzeugen dabei auf der Bühne mindestens genauso wie ihre mittlerweile schon legendären Coverversionen, welche von Britney Spears über Ben Harper bis hin zu Slayer reichen. Eine Stunde lang spielten sie, und es hat so viel Spass gemacht, dass sie viel zu schnell vorbeiging.
Das nächste mal aber mit Album im Gepäck Jungs, und nicht nur zwei neuen Songs, ja?
Monta klingen ein bisschen wie die deutsche Version von Coldplay, dachte ich mir, und hätte mich dann später doch gerne für diesen Vergleich geohrfeigt, weil sie es einfach nicht verdient haben. Gänsehaut und wärmende Freudestrahlen, sie verstehen das Spektrum in der viel zu kurzen Dreiviertelstunde auszureizen.
Danach kamen dann Kettcar auf die Bühne, aber nicht ohne einen erst nochmal eine gute halbe Stunde warten zu lassen. Das neue album war zum Glück live überzeugender als die Studioaufnahmen, aber dennoch gefällt mir ihr Du und wieviel von deinen Freunden immer noch am besten.
Die ganze Zeit zwischen knutschenden Pärchen und pogenden Pseudopunks verbringen zu müssen hat keinen Spass gemacht und als Fazit kann ich sagen, das war dann wohl mein letztes Kettcar Konzert. Die Euphorie ist verflogen. Aber die guten Songs, die bleiben. Und das geht so:
Und wenn das alles ist ok,
nur Schade wenn man mehr erwartet
der Teil, den ich versteh ist:
Home ist nun mal where your heart is.
Nichts von alledem hat was zu tun wonach du fragtest
das was ich dann noch versteh ist home is where your heart is
Mit einer Spitzengeschwindigkeit katapultierten sich Nine Inch Nails auf Platz eins der enttäuschendsten Konzerterlebnisse, und ließen dabei Air und Moby weit hinter sich.
Gehört hatte ich ja schon vieles, darunter vor allem sehr viel Positives, und so konnte auch der Eintrag von Herrn Waldar nichts an meiner freudigen Grundstimmung ändern.
Mein Fazit? Es hat schon Spass gemacht. Es war schön anzuhören. Es war auch schön anzusehen. Aber letztlich empfand ich es als ein solides Grundgerüst, auf dem nichts richtig aufgebaut wurde. Alles immer perfekt. Abgerundet. Keine Ecken. Keine Kanten. Alles mit Ziel. Alles mit einem Zweck. Das Publikum als Ping Pong Ball zwischen den Bässen hin- und hergespielt.
Nichts, was mir nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Nichts, was mich noch einmal Moby sehen lassen will. Und somit nichts, was die 33 Euro gerechtfertigt hätten.
Die Crüxshadows sind ja einer dieser Bands, deren Musik ich mir zu Hause nie anhören würde. Wahrscheinlich wäre ich auch nie auf die Idee gekommen, sie mir überhaupt anzuhören, wenn ich meinem Bruder vor anderthalb Jahren nicht angeboten hätte, mit ihm auf eines ihrer Konzerte zu gehen, auf dass er da nicht ganz alleine rumtanzen muss. Ohne Erwartungen in ein Konzert zu gehen ist ja immer am besten, und so wurde ich auch nicht enttäuscht.
Jetzt sind sie also wieder auf Tour und als erstes hier im Lande, und so habe ich gleich die Chance genutzt, meine Konzertliste mal wieder zu erweitern. Mit einer hohen Erwartungshaltung ging ich diesmal herein, und wurde nicht enttäuscht. Zwar fing alles anderthalb Stunden später an als geplant, aber das hat der Stimmung keinen Abbruch getan. Rogue hat erzählt, gesungen, durch die Menge getanzt, geklettert, mir angsteinflösend in die Augen geguckt und seine Deutsch(un)kenntnisse zum besten gegeben. Die Musik an sich ist immer noch nicht mein Geschmack, aber wenn sie am 13.07. in Heidelberg spielen, werde ich nicht zweimal überlegen, ob ich wieder hingehe.
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