
(Dieser Beitrag ist zuerst auf pasqualle.com erschienen)
Die Nadel des Plattenspielers läuft brav in den Rillen des schwarzen Vinyls. The National’s neuste Veröffentlichung »Boxer« liegt auf dem Teller. Ich liege im Bett, das Licht ist schon aus, und lausche dem tiefen Bariton von Matt Berninger. Diese ruhige, geradezu andächtige Musik, bietet die optimale Atmosphäre um ein spektakuläres Konzerterlebnis Revue passieren zu lassen. auch vergleiche ich die Live-Perfomance mit den Klängen auf Platte.
Wenige Stunden zuvor betrat ich einen Tunnel vollgefüllt mit menschlichem. Obwohl es erst zwei Minuten nach neun Uhr war, saß Hayden, Vorband und langjähriger Freund von The National, schon an seinem Klavier auf der Bühne. Um seinen Hals hing die ganze Zeit eine Mundharmonika. Ich musste daran denken wie jemand mal sagte, dass das Klavier das “neue populäre Instrument im Indierock und -pop” wäre. Der kanadischer Singer/Songwriter verbreitete mit den maximal zwei gleichzeitig gespielten, meist akustischen Instrumenten hochwertigen Folk/Country Sound in dem Tunnel. Ohne zu wissen wie ekstatisch der Abend noch werden würde, hielt ich Hayden’s Musik für eine saubere Grundlage für nachfolgendes.
da ich ein netter mensch bin werde ich die vorband wagdog, oder wie sie auch immer hießen, die gestern den abend für beth und co. von the gossip eröffnete, jetzt nicht in der luft zerreißen und mich über ihre flachen und viel zu häufigen tempowechsel aufregen.mal ganz abgesehen von dem äßerst schräge gesang.
als beth dann die bühne betrat war das schocken (man kann sich eines kleines, vielleicht 60qm großes loch vorstellen) bis an die decke gefüllt mit schwitzenden indie people. ausverkauft. es war eng, es war heiß. und in genau diese stimmung schreit beth dann mit ihrem wuchtigen und überaus voluminösen organ. die energie dieser frau macht alles an dieser band aus. sie covert aaliyah, fordert whiskey und genießt es mehrmals quer durch den raum und das publikum zu rocken. immer wieder versuchte sie deutsch zu sprechen und stimmte nach einer weile auch ein, mir und auch leonie, unbekanntes deutsches kinderlied an. milsch und fleish.

Dass ich mit einem Vinyl nach Hause laufen werde, welches sogar in Europa nicht erhältlich ist, war mir eigentlich schon zu dem Zeitpunkt klar als ich die Jungs von The Jai-Alai Savant an der Bar sitzen sah. Rauchend schauten sie, nicht wie die meisten anderen Band, die sich vor ihrem Auftritt im Backstage Bereich vergraben, dabei zu wie sich der kleine Laden füllte und traten dann direkt auf die Bühne.
Jai Alai ist, so nebenbei - man spricht es Hai-elai Sa-von aus -, eine der härtesten Sportarten der Welt, bei der es jährlich zahlreiche Todesfälle gibt, siehe wikipedia. Ralph Darden, der Frontman und Bandgründer beschriebt die Namensfindung wie folgt:
Ein Jai Alai Spieler an sich ist bestimmt schon ein ganz schöner Haudegen, aber ein Jai Alai Profi, ein Experte, ein Savant, muss ja ein echter bad motherfucker sein“ dachte ich und entschied, dass so meine nächste Band heißen solle: THE JAI-ALAI SAVANT! Es passt einfach alles, naja, es ist schwierig zu schreiben und auszusprechen, wenn du nicht weißt, was es ist, aber es hört sich wunderschön an!
(Foto von Nick Helderman)
Smell those sweet young things.
Looky here, this one’s got black hair.
She’s like a death metal queen…
Struttin’ sluts all through that whorehoppin’ scene.
Makes me say…
Shit, goddamn! I’m a Man? I’m a man?
Yes!
I said Shit goddamn! I’m a Man!!
Yeah Konzert! Mit der Rampsensau Jesse “The Devil” Hughes und seinen Eagles of Death Metal, die er vor einiger Zeit mit seinem Freund Josh “Baby Duck” Homme, der bei den Queens of the Stone Age Gitarrist ist und bei den Eagles auf die Bassdrum haut, gegründet hat.
Kurz vor dem Konzert wurde bekannt gegeben, dass
Eagles of Death Metal will re-release a Special Edition of “Death By Sexy…” on February 23rd in support of the current European Tour!
(Foto von jamesgrayking)
Die lange konzertlose Zeit hat heute mit dem anstehenden Blood Brothers Konzert ein Ende. Kapuzen Pulli auf, rumschreien und abgehen.
- Cecilia and the silhouette saloon (mp3)
- Birth Skin/ Death Leather (mp3)
- Mutiny on the Ark of the blood brothers (mp3)
- Laser Life (YouTube)
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Beim Durchhören der bis jetzt veröffentlichten Platten hat mir dir Band nicht so sehr gefallen wie auf dem Konzert. Richtig schön Hardcore, direkt ins Gesicht. Allerdings war das Publikum, was ich auch schon bei früheren Konzerten feststellte, einfach unter aller Sau. Die Leute sind teilweise nur so locker kopfnickend da gestanden und kein bisschen abgegangen. Bei einem späteren Gespräch mit Johnny Whitney - einem der Sänger - wurde auch laut, dass die Band von ihrem ersten Spanien-Gig mehr erwartet hätte, vor allem vom Publikum. Solche eine Band müsste man mit Pogo durch den ganzen Saal würdigen, anstatt nur blöd rumzustehen und leicht den Kopf hin und her zu bewegen.