Wenn das mal alles so einfach wär…
Die Ärzte nennen sich nicht ohne Grund die beste Band der Welt. Was wir gestern in der Olympiahalle in München erleben durften war ein Genuss der Extraklasse… aber fangen wir von vorne an:
Das Konzert begann um zehn nach Acht und nach gerade mal zwei Liedern ging das Licht an und die Band hörte auf zu musizieren.
Was war passiert?
Ganz einfach, das Gedränge vor der Bühne war so groß geworden, dass die Bolzen, die das Frontgitter halten sollten gebrochen waren und sich sieben Securitymenschen nun mehreren Tausend Fans entgegenstellen mussten. Die Veranstaltung wurde also unterbrochen und eine Dame machte der Menge klar, dass man erstmal zehn Minuten brauchen würde um das Problem zu beheben. Die nun buhende Crowd wurde mit den Worten “Dafür bekommt ihr später mehr Show als alle bisherigen Besucher zu sehen” entschädigt und nach insgesammt wohl knapp zwanzig Minuten ging es tatsächlich weiter.
Wurden anfänglich einige Stücke aus dem neuen Album gespielt (Himmelblau, Lied vom Scheitern) wurden bunt gemischt auch richtig alte Klassiker ins Programm genommen (Elektrobier, Anneliese Schmidt, El Cattivo) und ich habe sämtliche Lieder, die ich hören wollte auch zu hören bekommen (und das waren einige).

In einem Wort - geil!
Erstmal zur Vorband: Diese bestand aus drei Personen (Drummer, Bassistin, Sänger/Gitarrist) und hört auf den Namen Navel. Mir persönlich hat die Band nicht wirklich gefallen, was allerdings nicht an ihrer Musik lag, denn die war definitiv rockig und laut - also so, wie sie eigentlich sein soll. Also fast. Manchmal verlor die Musik allerdings den Faden und wirkte dadurch wirr. Zu wirr! Der Sänger der Band erinnerte stark an einen Kurt Cobain - zumindest optisch - und gab sich alle Mühe wie dieser zu wirken… was kläglich scheiterte. Ach und nochwas Junge - brüllen ist nicht alles. Und andauernd “Baby, Baby” brüllen schon garnicht. Die Bassistin kündigte eines der letzten Lieder dann mit “Und jetzt kommt ein Lied zum Kotzen” an und dann spielte die Band “Vomitation”. Nunja, wie soll ich sagen?!? Treffender Titel!
Nun aber mal zum eigentlichen Ereignis - den Queens of the Stone Age! Josh Homme und seine Jungs haben den Löwensall aber mal definitiv gerockt. War ich auch bisher kein all zu großer Fan der Band, bin ich nach dem Konzert restlos begeistert. Super Sound hatt´n wa! Rund 500 Leute tobten, sprangen und tanzten vor der Bühne und auf der Galerie und wäre es nicht so scheiße heiß gewesen, hätte ich vielleicht etwas weniger Fremdschweiß abbekommen… aber hey, that´s rock´n´roll, da wird schonmal wild transpiriert.
Erstmal zum Musikalischen:
Die Mad Caddies verstehen was von ihrem Handwerk. Solider ehrlicher SkaPunk, der Spaß macht und das Mittanzen praktisch erzwingt. Von backyard bis riding for a fall waren fast ausschließlich gute Lieder auf der Playlist und das schafft nicht jede Band.
Der Sound war zwar etwas zu laut, aber angenehm gemischt und deshalb durchaus ok. Schade war hingegen, dass es im Hirsch heftig voll war und die Luft entsprechend “dick”. Naja, war halt ein Konzert und da kann man sowas erwarten.
Nun zum non-Musikalischen:
Was man hingegen nicht erwarten muss, ist dass man bei einem angekündigten Einlass um 19:30 Uhr eine geschlagene Stunde später immer noch vor der Tür stehen muss und dafür nicht einmal einen Grund gesagt bekommt. Nun war das Wetter zum Glück gut, denn bei Regen hätten ein Großeil der wartenden Leute wohl auf das Konzert verzichtet.
Als man gegen 20:30 Uhr dann eintreten konnte, war das Warten aber noch lange nicht vorbei. Die Vorband (The Bandgeek Mafia) begannen dann auch erst gegen 21:15 Uhr und waren noch dazu eher… naja… schlecht! Weniger was die Musik betrifft, als mehr bezüglich des Gesanges - der keiner war! Ins Mikro brüllen kann ich auch und wenn’s dafür Kohle gibt, nehm ich jetzt ne Platte auf. Sorry Jungs, mein Geschmack war’s nicht.
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Ist zwar schon eine Weile her, soll hier aber dennoch erwähnt werden - mein Besuch bei The Busters!
Am 30. Januar 2007 hat Deutschlands Ska-Band No.1 mal wieder im Hirsch in Nürnberg gespielt. Als Ska-Fan hab ich mir das nicht entgehen lassen, denn das letzte derartige Ereignis (La vela puerca in Erlangen) war schon eine ganze Weile her.
Im Vorfeld des Konzertes hab ich eines Abend mehrere Bier getrunken nachgedacht und dann spontan eine Mail an die Busters geschrieben und angefragt, ob ich das ganze für mein damaliges Blog filmen könnte. Als mir dieses zugesagt worden war, hat mich das emotional so sehr gepusht, dass ich übermütig wurde und weiterhin nach einem Interview gefragt habe - und leck mich fett - es hat geklappt!
Am Abend des Konzertes bin ich dann mit der Crew etwas früher als sonst zum Hirsch gegangen. Bewaffnet mit Stativ, Kamera und Ersatzakku wollte mich der Security-Mensch am Eingang erstmal nicht eintreten lassen, aber schon kurz danach überreichte mir sein netter Kollege den ersten Presseausweis meines Lebens und ich konnte endlich rein.